Wasserschaden

Wasserschaden am Wohnwagen oder Wohnmobil – der Altraum aller Camper?

Wer sich mit gebrauchten Wohnwagen oder Wohnmobilen beschäftigt, wird früher oder später über das Thema Wasserschaden stolpern.

In fast jeder Anzeige in den Fahrzeugbörsen ist liest man den Passus “das Fahrzeug ist trocken und dicht” und bei einer Besichtigung fragen erfahrene Camper meist gleich zu Beginn, ob das Fahrzeug trocken ist oder einen Wasserschaden hat, bzw. hatte.

Was genau ist ein Wasserschaden im Wohnwagen oder Wohnmobil?

Um zu verstehen, warum viele Camper Angst vor einem Wasserschaden haben, muss man zuerst wissen, wie ein Wohnwagen üblicherweise (Ausnahmen bestätigen die Regel) aufgebaut ist und was bei einem Wasserschaden genau beschädigt wird.

Der klassische Wandaufbau eines Wohnwagens besteht in der Regel aus einer Außenhaut aus Aluminiumblech mit einer Stärke zwischen 0,5 und 1mm (je nach Hersteller, Baujahr usw.).

Das eigentliche Skelett des Wohnwagenaufbaus bildet in den meisten Fällen ein Gerüst aus Holzlatten, welches mit der Bodenplatte des Wohnwagens verschraubt oder verklebt ist. Die Zwischenräume dieses Holz-Skelettes werden mit Styropor, Styrodur oder einem vergleichbaren Material ausgefüllt und von Innen wird die Wand dann mit Sperrholzplatten oder Pressspanplatten verkleidet.

Der Kern des Wandaufbaus besteht also aus Holz, welches von Innen und aussen gut eingepackt ist. Gelangt nun Feuchtigkeit ins Innere von Wänden oder Decke, dann kann das Wasser nur sehr schlecht verdunsten und das Holz in der Wand verfault.

Dabei ist die Lattung meist am stärksten betroffen.

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Wasserschaden erkennen – so stellst Du einen Wasserschaden fest!

Ein kostenloses und ziemlich gutes Instrument für einen ersten Eindruck hat jeder Camper immer dabei – die eigene Nase.

Riecht es im Innenraum eines Wohnwagens feucht, schimmelig oder muffig, sollte man auf alle Fälle ganz genau hinschauen, ob das Fahrzeug einen Wasserschaden hat. Natürlich kann ein Wohnwagen, besonders nach längerer Standzeit, auch müffeln, ohne einen Wasserschaden zu haben oder auch, trotz Wasserschaden absolut neutral riechen, aber oft trügt der erste Eindruck eben nicht.

Also zuerst die Nase in den Wohnwagen halten und ruhig mal den Kopf in Kleider- und Hängeschränke stecken.

Besonders gefährdet sind bauartbedingt alle Stellen, an denen eine Abdichtung nötig ist. Dazu gehören, Kederschienen, Markisen, Dachluken, Fenster, Türen und Stauklappen.

Bei der Besichtigung von Innen, sollte man also die Bereiche um die Dachluken herum auf Feuchtigkeit, Wasserspuren und Schwitzwasser kontrollieren. Auch die Deckenentlüftung in der Nasszelle kann ein potentieller Punkt für eine Undichtigkeit sein, genau wie das Abgasrohr der Heizung oder eventuelle Durchführungen für Sat-Antennen usw.

Besonderes Augenmerk sollte man auch die oberen Hängeschränke legen: In diesem Bereich ist aussen der Übergang von Wand zu Decke mit der Kederleiste und auch hier sollte man unbedingt auf Feuchtigkeit und Wasserspuren hin kontrollieren – ein Blick mit der Taschenlampe sollte also obligatorisch sein.

Anschließend sollten im Innenraum die Bereich um die Fenster, Stauklappen, Türen usw. auf Wasserspuren oder weiche Stellen gecheckt werden.

Im Außenbereich kontrolliert man alle Leisten, Fenster + Fensterdichtungen, Gasaußensteckdosen, ggf. den City-Wasseranschluss ebenfalls auf Dichtheit und ordentlichen Zustand der Dichtungen.

Eine der häufigsten Stellen für einen Wasserschaden sind die vier Ecken des Fahrzeugs. Ein Blick unter den Wohnwagen ist also unterlässlich, um die Spitzen auf Feuchtigkeit bzw. Beschädigungen zu inspizieren und den gesamten Unterboden in Augenschein zu nehmen.

Besonders im Bereich von Abflüssen unbedingt kontrollieren, ob der Boden trocken und fest ist.

Auch den Staukasten sollte man nicht vergessen, dieser ist zwar oftmals von außen aufgesetzt und verfügt über einen eigenen Boden, aber gerade bei moderneren Modellen kann es an der Frontmaske zu Spannungsrissen kommen, an denen Wasser eindringen kann.

Wer noch etwas mehr Sicherheit haben möchte, kann zusätzlich noch ein Feuchtemessgerät einsetzen, um den Wohnwagen auf eventuelle Wasserschäden zu kontrollieren.

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Ich ein Wasserschaden eine Bagatelle oder ein Totalschaden?

Die Bewertung eines Wasserschadens ist häufig nicht ganz einfach. In manchen Fällen ist ein Schaden äußerlich kaum oder nur schwer zu erkennen, und das wahre Ausmaß offenbart sich erst im Verlauf der Reparatur.

Andererseits kann ein Schaden auf den ersten Blick auch verheerend aussehen, aber vergleichsweise einfach zu beheben sein.

Ein weiterer, wichtiger Punkt für die Bewertung eines Wasserschadens ist die betroffene Stelle. Beispielsweise lässt sich ein Schaden unterhalb eines Seitenfensters, an einer glatten Wand, meist relativ leicht beheben.

Ist die betroffene Stelle aber schwer zugänglich, mit Möbeln verbaut oder in einer Rundung (gerade bei neueren Modellen), dann gestaltet sich die Reparatur meist wesentlich aufwendiger.

Je nach Schadensbild, Alter, Allgemeinzustand und Wert des Wohnwagens kann ein Wasserschaden also nur ein kleiner Eingriff oder auch ein wirtschaftlicher Totalschaden sein.

Wer sich die Reparatur nicht selbst zutraut, sollte sich also an eine erfahrene Werkstatt wenden, um eine Einschätzung des Schadens vornehmen zu lassen.

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Wasserschaden am Wohnwagen oder Wohnmobil reparieren

Bei der Reparatur eines Wasserschadens muss zuerst der Schaden freigelegt werden, um den genauen Umfang zu bestimmen. Der wichtigste Punkt bei der Reparatur ist die Lokalisierung und Behebung der Ursache für den Wassereintritt.

Auch der professionellste Austausch der schadhaften Stellen bringt nichts, wenn danach weiterhin eine Undichtigkeit vorliegt und der Schaden kurze Zeit später wieder auftritt.

Hat man die Ursache für den Wassereintritt gefunden und das Problem behoben, werden anschließend die beschädigten Stellen ausgetauscht und die Wand von innen wieder verschlossen.

Wer etwas handwerkliches Geschick besitzt und mit Hammer, Säge und Akkuschrauber umzugehen weiss, kann einen Wasserschaden durchaus auch in Eigenregie beheben.

 

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